Adipositaschirurgie
Adipositaschirurgie
Adipositas ist ein Gesundheitsproblem, dessen Häufigkeit weltweit stetig zunimmt. Unbehandelt kann sie zahlreiche akute und chronische Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes mellitus und Bluthochdruck begünstigen. Deshalb handelt es sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die eine sorgfältige Behandlung erfordert. Zu den Erkrankungen, für die Adipositas einen wichtigen Risikofaktor darstellt, gehören Typ-2-Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Brust-, Prostata- und Dickdarmkrebs und gynäkologische Erkrankungen.
Zu den wichtigsten Ursachen von Adipositas zählen ungesunde Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel. Obwohl die zugrunde liegenden Faktoren noch nicht vollständig geklärt sind, spielen familiäre Veranlagung, physiologische Einflüsse sowie kulturelle und umweltbedingte Faktoren eine wichtige Rolle. Unabhängig von den einzelnen Ursachen besteht das grundlegende Problem darin, dass die tägliche Energieaufnahme den Energieverbrauch des Körpers übersteigt. Die überschüssige Energie wird als Fett gespeichert.
Bei Menschen mit Adipositas führt das zunehmende Körpergewicht häufig dazu, dass körperliche Aktivitäten langsamer ausgeführt und eingeschränkt werden. Die abnehmende Bewegung senkt wiederum den Kalorienverbrauch und begünstigt das weitere Fortschreiten der Adipositas. Wird dieser Teufelskreis nicht durchbrochen, kann Adipositas die Lebensqualität und sämtliche Organsysteme erheblich beeinträchtigen und lebensbedrohliche Folgen haben.
Angesichts der ästhetischen Auswirkungen von Übergewicht, der lebensbedrohlichen und möglicherweise lebenslang behandlungsbedürftigen Folgeerkrankungen sowie der psychischen Belastungen durch schwere gesundheitliche Probleme muss Adipositas mit einem multidisziplinären Ansatz behandelt werden.
Unsere Abteilung für Adipositas- und metabolische Chirurgie am privaten İstanbul Bölge Krankenhaus in Sancaktepe arbeitet bei der Behandlung von Adipositas eng mit allen anderen Fachabteilungen unseres Krankenhauses zusammen. Der erste Behandlungsschritt besteht darin, die Diagnose zu stellen und den Schweregrad der Adipositas zu bestimmen.
Diagnose der Adipositas
Adipositas wird mithilfe des sogenannten Body-Mass-Index bestimmt. Der Body-Mass-Index ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.
Body-Mass-Index (BMI) = Körpergewicht (kg) / Körpergröße (m)²
Der errechnete Wert wird anhand der folgenden Bereiche eingeordnet:
|
Body-Mass-Index |
Einstufung |
|---|---|
|
< 18,5 |
Untergewicht |
|
18,6–24,9 |
Normalgewicht |
|
25,0–29,9 |
Übergewicht |
|
30,0–39,9 |
Adipositas |
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> 40,5 |
Schwere oder morbide Adipositas |
|
> 50,0 |
Superadipositas |
Anhand dieser Werte wird festgestellt, ob eine Adipositas vorliegt und wie stark sie ausgeprägt ist. Im nächsten wichtigen Schritt wird untersucht, ob begleitende akute oder chronische Erkrankungen bestehen. Hierzu werden unsere Patientinnen und Patienten unter Einbeziehung der Fachabteilungen für Neurologie, Kardiologie, Herz- und Gefäßchirurgie sowie Endokrinologie untersucht und bei Bedarf dorthin überwiesen. So kann neben der Adipositas auch die Behandlung vorhandener Begleiterkrankungen begonnen werden.
Durch Adipositas verursachte Erkrankungen
Insulinresistenz und Diabetes mellitus
Ungesunde Ernährung und unzureichende körperliche Aktivität führen zur Speicherung von Fett im Körper. Übermäßig angesammeltes Fettgewebe verringert die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Hormon Insulin, das die Aufnahme der über die Nahrung zugeführten Glukose in die Zellen reguliert. Dieser Zustand wird als Insulinresistenz bezeichnet und kann zu Prädiabetes, einer Vorstufe des Diabetes, führen. Dies ist ein wesentlicher Mechanismus bei der Entstehung eines durch Adipositas begünstigten Typ-2-Diabetes mellitus.
Bluthochdruck
Bluthochdruck tritt bei Menschen mit Adipositas um ein Mehrfaches häufiger auf als bei Menschen mit Normalgewicht. In Verbindung mit erhöhten Blutfettwerten begünstigt er die Entstehung schwerwiegender Begleiterkrankungen wie Herzerkrankungen, koronarer Herzkrankheit und Herzinfarkt und beschleunigt deren Fortschreiten.
Koronare Herzkrankheit
Da Adipositas die Mechanismen zur Regulierung des Blutzuckers und der Blutfette, insbesondere der Triglyzeride und des Cholesterins, beeinträchtigt, entstehen Risiken für eine Verengung oder einen Verschluss der Herzkranzgefäße. Die koronare Herzkrankheit ist ein wichtiger Risikofaktor für zahlreiche Komplikationen, darunter Herzinfarkte. Eine frühzeitige Erkennung und zügige Behandlung der Adipositas kann dazu beitragen, diese Risiken zu verringern oder zu beseitigen.
Schlaganfall
Durch Adipositas begünstigte Gefäßverschlüsse, koronare Herzkrankheit und Bluthochdruck können zu Herzinfarkten und zum Verschluss hirnversorgender Gefäße führen. Dadurch wird die Blutversorgung des Gehirns vermindert oder vollständig unterbrochen, was einen Schlaganfall auslösen kann. Ein weiterer Mechanismus sind durch Adipositas begünstigte strukturelle Veränderungen der Hirnarterien, die eine Hirnblutung und infolgedessen einen Schlaganfall verursachen können.
Adipositas beeinträchtigt somit nahezu alle Mechanismen, die eine gesunde Körperfunktion ermöglichen. Sie kann sämtliche Organe und Gewebe unmittelbar oder mittelbar über Begleiterkrankungen schädigen.
Behandlung der Adipositas
Eine zentrale Grundlage im Umgang mit Adipositas ist es, bereits im Kindesalter gesunde und ausgewogene Ernährungsgewohnheiten sowie einen aktiven Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung zu fördern.
Die Vielzahl möglicher Ursachen und Folgeerkrankungen sowie das Risiko schwerwiegender Komplikationen machen die Behandlung der Adipositas anspruchsvoll und komplex. Deshalb ist sie eine Teamaufgabe. Die Betreuung erfolgt durch ein Team aus behandelnden Ärztinnen und Ärzten, Ernährungsfachkräften, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, psychologischen Fachkräften sowie Spezialistinnen und Spezialisten für Adipositas- und metabolische Chirurgie. Bei Bedarf arbeiten wir zur Behandlung von Begleiterkrankungen eng mit den anderen Abteilungen unseres Krankenhauses zusammen.
Behandlungsstufen der Adipositas
Lebensstiländerungen und Verhaltenstherapie
Ernährungstherapie
Bewegungsberatung
Medikamentöse Therapie
Metabolische Chirurgie und Chirurgie bei Typ-2-Diabetes
Lebensstiländerungen und Verhaltenstherapie
Ziel ist es, ungesunde Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel als Ursachen der Adipositas zu überwinden. Bereits dreimal wöchentlich eine halbe Stunde Bewegung kann die Gewichtsabnahme unterstützen und einen spürbaren Beitrag zur Behandlung leisten.
Werden Lebensstiländerungen jedoch lediglich als vorübergehende Therapie betrachtet und gesunde Ernährung sowie regelmäßige Bewegung nach der Gewichtsabnahme wieder aufgegeben, lässt sich der Teufelskreis nicht dauerhaft durchbrechen. Deshalb erstellen wir individuelle Therapiepläne und empfehlen regelmäßige Kontrolltermine in unserer Abteilung für Adipositas- und metabolische Chirurgie.
Ernährungstherapie
Adipositas infolge langjähriger ungesunder Ernährung kann zu erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten führen. Gleichzeitig können bestimmte vom Körper benötigte Stoffe, etwa Elektrolyte und Vitamine, in zu geringer oder zu hoher Menge vorhanden sein.
Nach einer umfassenden Untersuchung wird ein individuell abgestimmter Ernährungsplan erstellt. Neben der Anpassung der Kalorienzufuhr zielt die Ernährungstherapie darauf ab, vorhandene Mineralstoff- und Vitaminmängel auszugleichen.
Bewegungsberatung
Da Adipositas häufig mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus einhergeht und das hohe Körpergewicht körperliche Aktivitäten zusätzlich erschwert, sind individuelle Bewegungspläne und eine Beratung unter ärztlicher Aufsicht erforderlich.
Eine übermäßige Belastung des bereits beeinträchtigten Herz-Kreislauf-Systems sollte vermieden werden. Gleichzeitig werden Patientinnen und Patienten, die sich wenig bewegen, nachdrücklich zu regelmäßiger körperlicher Aktivität ermutigt.
Medikamentöse Therapie
Adipositas ist keine Erkrankung, die medikamentös behandelt wird. Die medikamentöse Therapie im Zusammenhang mit Adipositas umfasst die Behandlung begleitender Erkrankungen wie Insulinresistenz, Diabetes mellitus und Bluthochdruck.
Metabolische Chirurgie und Chirurgie bei Typ-2-Diabetes
Hierbei handelt es sich um operative Eingriffe, die neben der Verringerung der Adipositas und dem Erreichen eines gesunden Körpergewichts auch die Behandlung begleitender Stoffwechselerkrankungen und eines Typ-2-Diabetes mellitus zum Ziel haben.
Adipositaschirurgie – metabolische Chirurgie und Chirurgie bei Typ-2-Diabetes
Die Adipositaschirurgie umfasst operative Eingriffe zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Adipositas. Gleichzeitig sollen Begleiterkrankungen verhindert oder bereits bestehende Erkrankungen behandelt werden.
Adipositaschirurgie sollte nicht allein als Operation zur Gewichtsabnahme betrachtet werden. Ihr wesentliches Ziel ist eine schrittweise Gewichtsreduktion bis zum Erreichen eines gesunden Körpergewichts, sodass sich begleitende Erkrankungen im Laufe der Zeit zurückbilden oder sogar vollständig verschwinden können.
Eine Operation wird nicht bei allen Menschen, die sich wegen Adipositas vorstellen, unmittelbar beschlossen und durchgeführt. Dafür müssen individuelle Voraussetzungen erfüllt sein.
Voraussetzungen für eine Adipositasoperation
Vor der Planung eines metabolischen Eingriffs oder einer Operation bei Typ-2-Diabetes müssen bestimmte Voraussetzungen geprüft und erfüllt werden:
Patientinnen und Patienten, die eine Adipositasoperation wünschen, müssen zuvor Ernährungs-, Bewegungs- und medizinische Behandlungen erhalten haben, ohne dadurch ausreichend Gewicht verloren zu haben.
Ein Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 40.
Ein BMI von 35–39,9 bei gleichzeitig bestehenden adipositasbedingten Erkrankungen.
Ein BMI von 30–34,9, wenn mit anderen Methoden keine Gewichtsabnahme erreicht werden konnte.
Liegen der Adipositas hormonelle Störungen zugrunde, erfolgt zunächst eine Überweisung in die Endokrinologie.
Bei schwerer Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, einer Lungenerkrankung im Endstadium, laufender Krebsbehandlung, Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit sowie eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten kann die Sicherheit des Eingriffs beeinträchtigt sein. In diesen Fällen werden zunächst die Begleiterkrankungen behandelt, um die Voraussetzungen für eine Operation zu verbessern.
Vorbereitung auf die Adipositasoperation
Zur Ermittlung der Ursachen der Adipositas sowie vorhandener Folgeerkrankungen und ihres Schweregrades erfolgt eine umfassende Vorbereitung. Dazu gehören Blutuntersuchungen, Urinanalysen, biochemische Tests, bildgebende Untersuchungen und gegebenenfalls die Mitbeurteilung durch andere Fachabteilungen. Außerdem wird durch eine anästhesiologische Untersuchung festgestellt, ob die Patientin oder der Patient für eine Vollnarkose geeignet ist.
Nachdem sämtliche Befunde vorliegen und die anästhesiologische Freigabe erteilt wurde, wird ein individueller Operationsplan erstellt. Die Vorteile, Risiken, möglichen Komplikationen und weiteren Einzelheiten des geplanten Eingriffs werden ausführlich erläutert. Anschließend wird die schriftliche Einwilligung eingeholt und ein Operationstermin vereinbart.
Wirkmechanismen der Adipositaschirurgie
Die Adipositaschirurgie unterstützt das Erreichen eines gesunden Körpergewichts durch folgende Wirkmechanismen:
Restriktive Eingriffe: Durch eine Verkleinerung des Magenvolumens wird die Nahrungsaufnahme begrenzt. Gleichzeitig nimmt die Ausschüttung des im Magen gebildeten und an der Hungerregulation beteiligten Hormons Ghrelin ab, sodass das Sättigungsgefühl länger anhält.
Verringerung der Nährstoffaufnahme: Ohne Veränderung des Magenvolumens wird die Aufnahme von Nährstoffen im Dünn- und Dickdarm eingeschränkt.
Kombinierte Verfahren: Diese Eingriffe verbinden eine Begrenzung der Nahrungsaufnahme mit einer Verringerung der Nährstoffaufnahme.
Arten der Adipositaschirurgie – metabolische und bariatrische Chirurgie sowie Chirurgie bei Typ-2-Diabetes
Schlauchmagenoperation (Sleeve-Gastrektomie)
Bariatrische Revisionschirurgie
Roux-en-Y-Magenbypass
Mini-Magenbypass
Transit-Bipartition
Jejunoileale Anastomose
Schlauchmagenoperation (Sleeve-Gastrektomie)
In unserer Abteilung für Adipositas- und metabolische Chirurgie werden Schlauchmagenoperationen laparoskopisch durchgeführt. Die Laparoskopie bietet Vorteile wie den Verzicht auf große Hautschnitte, eine schnellere Erholung nach dem Eingriff und geringere postoperative Schmerzen. Dadurch wird unseren Patientinnen und Patienten eine möglichst angenehme Erholungsphase ermöglicht.
Bei der Schlauchmagenoperation werden etwa 80 % des Magens entfernt, um sein Volumen zu verkleinern. Da der verbleibende Magen eine schlauchförmige Gestalt aufweist, wird der Eingriff als Schlauchmagenoperation bezeichnet. Das verbleibende Magenvolumen beträgt ungefähr 50 bis 150 ml.
Durch das kleinere Magenvolumen kann weniger Nahrung aufgenommen werden, was die Gewichtsabnahme unterstützt.
Ghrelin ist ein im Magen gebildetes Hormon, das an der Regulierung des Hungergefühls beteiligt ist. Da bei der Sleeve-Gastrektomie auch der ghrelinproduzierende Magenabschnitt entfernt wird, sinkt die Menge dieses Hormons im Körper deutlich. Dadurch hält das Sättigungsgefühl länger an und die Nahrungsaufnahme wird zusätzlich eingeschränkt. Diese doppelte Wirkung bietet einen wesentlichen Vorteil, um nach der Operation ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten.
Ein weiterer Vorteil nach einer Sleeve-Gastrektomie ist die Wirkung auf Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Bereits in der frühen Phase nach dem Eingriff können unsere Patientinnen und Patienten die entsprechenden Medikamente reduzieren und im weiteren Verlauf möglicherweise vollständig darauf verzichten.
Bariatrische Revisionschirurgie
Die bariatrische Revisionschirurgie umfasst Eingriffe zur Korrektur, Anpassung, Änderung oder Rückgängigmachung einer zuvor durchgeführten bariatrischen Operation.
Solche Eingriffe werden meist erforderlich, wenn die vorherige Operation keinen oder keinen ausreichenden Behandlungserfolg erzielt hat.
Roux-en-Y-Magenbypass
Bei diesem Eingriff wird das nutzbare Magenvolumen um etwa 90 % verkleinert. Der am Übergang zur Speiseröhre verbleibende kleine Magenanteil von etwa 10 % beziehungsweise rund 30 ml wird mit dem Dünndarm verbunden. Dadurch wird sowohl das Magenvolumen verringert als auch ein Teil des Darms von der Nahrungspassage ausgeschlossen.
Aufgrund des kleineren Magens nehmen die Patientinnen und Patienten weniger Nahrung zu sich und fühlen sich deutlich länger satt. Durch die veränderte Nährstoffaufnahme im Darm werden zudem weniger Kalorien aufgenommen. Neben Adipositas können mit diesem Verfahren auch Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes mellitus wirksam behandelt werden.
Mini-Magenbypass
Der Mini-Magenbypass gehört zu den häufig durchgeführten Eingriffen der Adipositaschirurgie. Dabei wird das Magenvolumen verkleinert und ein Teil des Dünndarms von der Aufnahme der verdauten Nährstoffe ausgeschlossen.
Im Vergleich zum Roux-en-Y-Magenbypass ist der Eingriff einfacher durchzuführen, dauert kürzer und ist mit einem vergleichsweise geringeren operativen Risiko verbunden. Das Magenvolumen wird auf etwa 100 ml reduziert. Allerdings treten nach diesem Verfahren im Vergleich zum Roux-en-Y-Magenbypass häufiger Vitamin- und Mineralstoffmängel auf.
Duodenal Switch
Bei diesem Verfahren wird das Magenvolumen in geringerem Umfang reduziert und der neu geformte Magen mit dem unteren Abschnitt des Zwölffingerdarms verbunden. Es handelt sich um einen komplexen Eingriff. Aufgrund der ausgeprägten Einschränkung der Nährstoffaufnahme und möglicher Komplikationen wie übermäßigem Gewichtsverlust, Durchfall und Vitaminmangel gehört er weltweit zu den am seltensten gewählten Verfahren der Adipositaschirurgie.
Die Zeit nach einer Adipositasoperation
Zur Überwachung der Erholung bleiben unsere Patientinnen und Patienten nach der Operation etwa vier bis fünf Tage im Krankenhaus. Während dieser Zeit werden sie regelmäßig betreut und ausführlich über die Anpassung an ihren neuen Ernährungsplan informiert. Da die Adipositasoperationen in unserem Krankenhaus laparoskopisch durchgeführt werden, ermöglichen wir eine möglichst angenehme postoperative Erholung.
In den ersten Wochen nach der Operation begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten regelmäßig telefonisch und per Nachricht, um den Heilungsverlauf und eine gesunde Gewichtsabnahme zu unterstützen.
In den ersten sieben Tagen werden ausschließlich Wasser und flüssige Nahrung aufgenommen. Ab dem Ende der ersten Woche erfolgt die Umstellung auf pürierte Speisen. Gegen Ende des zweiten Monats kann in der Regel feste Nahrung in kleinen Portionen eingeführt werden. Die Mahlzeiten sollen in sehr kleinen Bissen gegessen werden. Jeder Bissen muss langsam und gründlich gekaut werden, bevor er geschluckt wird.
Eine ausreichende Wasserzufuhr ist auch nach einer Adipositasoperation ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Wasser sollte jedoch nicht gleichzeitig mit den Mahlzeiten getrunken werden.
Da die Nährstoffaufnahme im Darm nach adipositaschirurgischen Eingriffen vermindert sein kann, ist die regelmäßige Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten von großer Bedeutung. Die Blutwerte unter anderem von Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Kalzium und Folsäure werden regelmäßig kontrolliert und die Dosierung der Nahrungsergänzungsmittel entsprechend angepasst.
Bei Patientinnen und Patienten nach einer Adipositasoperation wird angestrebt, bis zum Ende des ersten Jahres schrittweise mindestens 50 % des präoperativen Körpergewichts abzubauen. Damit das erreichte Zielgewicht langfristig gehalten werden kann, ist es entscheidend, die ärztlich empfohlene Ernährung beizubehalten, sich regelmäßig zu bewegen und die Empfehlungen zur dauerhaften Änderung des Lebensstils umzusetzen.
Letzte Aktualisierung: 21.10.2026